Die Geschichte von Sebastian, Melanie und „Mebelino“

Die Geschichte von Sebastian, Melanie und „Mebelino“

Heute möchten wir gerne eine besondere Geschichte erzählen, die Melanie für uns aufgeschrieben hat. Sie handelt von ihrem Lebensgefährten Sebastian, der zwei Jahre lang gegen den Krebs gekämpft hat. Kurz vor seinem Tod haben beide noch eine Spendenaktion unter dem Namen „Mebelino“ für die Stiftung AKM eingerichtet. Wir danken Melanie für diesen einfühlsamen Text und allen Spendern, die unsere Arbeit unterstützt haben. Wir sind überwältigt und unendlich dankbar für die großzügigen Spenden! Viel Kraft auf Deinem weiteren Weg, liebe Melanie!

Melanie schreibt:
Mein geliebter Sebastian ist am 19.12.2018 mit nur 23 Jahren an einer höchst aggressiven Krebserkrankung verstorben. Seit der Diagnose im Sommer 2016 kämpfte er wie ein Löwe gegen den Mundhöhlenkrebs. Nach der erfolgreichen Entfernung des Tumors fand Basti (auch Bebl genannt) wieder zurück ins Leben. Er liebte das Reisen, flog mit Freunden nach Australien und Thailand und genoss unseren ersten gemeinsamen Urlaub in Ägypten. Als nächstes war unsere Bali-Reise geplant, doch dazu kam es leider nicht mehr. Ein Jahr nach der Operation schlug der Krebs zurück. Basti unterzog sich einer hochdosierten Chemo- und Strahlentherapie, die ihn an seine körperlichen Grenzen gebracht hat. Trotzdem gab er nicht auf und machte allen anderen Mut. Er war unfassbar stark und hatte so einen Lebenswillen, dass er es auch dieses Mal geschafft hat. Die Behandlung hat gut angeschlagen, es hieß, der Krebs sei beseitigt.

Obwohl Sebastian sehr unter den Folgeerscheinungen der Therapien litt, versuchte er neue Energie zu schöpfen, schmiedete Pläne für unsere Zukunft und war dankbar um jeden Tag seines Lebens. Nur wenige Monate später der erneute Rückschlag. Die monatelangen Schmerzen hatten einen Grund. Der Tumor ist erneut gewachsen. Seine einzige Chance war nun ein Spezialist in Düsseldorf, der sich zutraute, diesen Tumor erneut zu entfernen. Auch dieses Mal kämpfte Sebastian weiter für unsere Zukunft. Vier Monate bevor er starb machte er mir einen Heiratsantrag. Im Krankenhaus machten wir uns bereits Gedanken, wie wir unsere Wohnung einrichten werden und planten unsere Hochzeit. Wir erstellten sogar schon eine Gästeliste. Wir glaubten fest an eine gemeinsame Zukunft, die wir uns nach dieser schlimmen Zeit verdient hatten.

Nach unzähligen Operationen in der Düsseldorfer Klinik erreichte uns dann die schlimmste Nachricht, die wir uns niemals auszusprechen getraut haben: Der Krebs hat bereits gestreut. Man könne nichts mehr für ihn tun. Er muss sterben. Diese Nachricht zog uns allen den Boden unter den Füßen weg. Aber selbst in diesem aussichtslosen Zustand war Sebastian immer noch voller Hoffnung. Aufgeben war für ihn nie eine Option. Er war ein ganz besonderer, einzigartiger und herzensguter Mensch, der sich in seinem eigenen Leid trotzdem noch um andere kümmerte und ihnen Mut machte. Sein Lächeln blieb bis zum Schluss. Auch seine Angehörigen standen ihm in dieser schweren Zeit bei. Sie wechselten sich immer ab, so dass er nie alleine sein musste. Sein Schwager hatte sogar die letzten sieben Wochen ein Klinikbett genommen, um Basti beizustehen. Dieser große Familienzusammenhalt gab ihm unheimlich viel Kraft.

In seiner Leidenszeit hatten wir viele Gespräche über krebskranke Kinder. Basti fragte mich immer wieder, wie es wohl Kindern geht, die auch einen Schicksalsschlag wie er erleben müssen. Deshalb wollte er im Falle seiner Genesung gemeinsam mit mir eine Stiftung für krebskranke Kinder gründen, um ihnen und den Angehörigen in dieser schweren Zeit helfen zu können. Er hatte sich bereits den Namen „Mebelino“ überlegt, der aus den ersten zwei Anfangsbuchstaben unserer Vornamen, bzw. seines Spitznamens besteht.

In seinen letzten Wochen in der Palliativstation der Barmherzigen Brüder München versuchte ich, ihm seine letzten Wünsche soweit es ging zu erfüllen. Deshalb gründete ich für die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München eine Spendenaktion mit unserem Namen „Mebelino“, über die bis heute über 22.000 € gesammelt worden sind. Ich konnte Basti sogar noch von dieser Aktion erzählen und ihn zum Lächeln bringen. Er freute sich sehr darüber.

In tiefster Trauer konnten alle Angehörigen, Bekannten und Freunde von Sebastian nach seinem Tod trotzdem noch etwas Gutes bewirken, was uns ein kleines bisschen Licht in die Dunkelheit, den Verlust dieses liebevollen Menschen, brachte.

Ich möchte mich deshalb auch auf diesem Wege bei allen Spendern der Aktion Mebelino von ganzem Herzen bedanken.

Sebastian wird vom Himmel schauen und lächeln. Denn das ist auch, was er allen anderen, sogar dem Pflegepersonal und Ärzten, vermittelte: Selbst in schwierigen, aussichtslosen Situationen das Lächeln und die Hoffnung niemals verlieren. Was man im Herzen trägt, kann keinem genommen werden. Die Liebe ist stärker als alles andere, auch über den Tod hinaus. Sebastian hat in seiner ganzen Leidenszeit wahnsinnig viele Herzen berührt.

 

Liebe erträgt alles,

sie glaubt alles,

sie hofft alles,

sie duldet alles,

Liebe hört niemals auf.

(1. Korinther 13,7)

 

Ich hoffe, dass vielen Kindern und deren Angehörigen mit dieser Spendenaktion geholfen werden kann und dass sie durch die Geschichte von Sebastian wieder etwas Hoffnung und Mut schöpfen können.

Alles erdenklich Gute,

Melanie

 

Die Online-Spendenaktion läuft noch bis Ende Februar. Hier geht es zu „Mebelino“.

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