Frühchen sind echte Held*innen, und ihre Eltern auch!

Zum Weltfrühgeborenentag 2021

Am 17. November ist Weltfrühgeborenentag. Er soll auf die Ängste und Hoffnungen betroffener Familien aufmerksam machen und sie auf ihrem Weg stärken. Und das sind nicht wenige: Jedes 10. Baby kommt zu früh (das heißt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche) auf die Welt – jährlich sind rund 63.000 Familien in ganz Deutschland betroffen.

Ein Traum zerplatzt

Nachsorgekinderkrankenschwester Christa Oswald kümmert sich seit 25 Jahren um sogenannte Frühchen – seit 2017 ist sie Teil des Teams Sozialmedizinische Nachsorge bei der Stiftung AKM. Sie weiß um die Ängste und Hoffnungen der Eltern, deren Kinder zu früh den Mutterleib verlassen müssen. „Zunächst platzt für die Eltern ein Traum: der Traum einer normalen Geburt. Dazu kommen Schuldgefühle, das Kind nicht zu Ende austragen zu können und eine große Angst um die Gesundheit und Entwicklung des Kindes.“ Dabei mache es einen großen Unterschied, ob sich die Mutter darauf hat einstellen können, dass es eine Frühgeburt geben werde oder ob es ganz plötzlich und unerwartet passiere, weil die Umstände ein weiteres Austragen unmöglich machen.

Angst vor Berührungen

„Passiert es ganz plötzlich, bemerken wir oft, dass die Mütter zunächst Probleme haben, sich auf das Kind einzulassen und es zu berühren. Zu groß ist oft noch der Schock – und vor allem die Angst, dem winzig kleinen Wesen wehzutun,“ so Christa Oswald. Corona habe die Situation noch weiter verkompliziert, da aktuell bis auf einen ersten gemeinsamen Besuch Eltern nur noch getrennt zu ihrem Neugeborenen dürfen.

Regelmäßige Besuche geben Sicherheit

Die Stiftung AKM unterstützt diese Familien in der Zeit der Unsicherheit und des Bangens. Vor allem, wenn es darum geht, den geschützten Rahmen der Klinik zu verlassen. Denn: zwar hoffen alle Eltern, dass ihr kleiner Schatz bald mit ihnen nach Hause darf, ist es dann aber tatsächlich so weit, ist es doch etwas anderes, wenn die Eltern plötzlich ohne die fachliche Unterstützung, zuhause auf sich allein gestellt sind. Christa und ihre Kolleginnen versuchen ihnen durch regelmäßige Besuche zu Hause Sicherheit zu geben, sie koordinieren die Arzttermine, leiten an oder geben Tipps und vermitteln den Eltern das Gefühl, da zu sein. „Stärken und ermutigen sind unsere wichtigsten Aufgaben.“ Bis zu drei Monate nach dem Verlassen der Klinik unterstützt das Team. „Viele sind dankbar für die geleistete Hilfe, aber auch froh, wenn wir nicht mehr kommen – weil sie nun genug Vertrauen haben, die Situation gut zu meistern.“

… und Zuversicht hilft

Ein Frühchen zu haben oder eines zu sein, ist nicht ungewöhnlich und schon gar kein Makel – im Gegenteil. „Je offener und unvoreingenommener Eltern an die Sache herangehen, umso leichter wird der Umgang mit der Situation. Strahlen die Eltern Stärke und Zuversicht aus, überträgt sich das auch auf die Neugeborenen“, sagt Christa Oswald. Viele Eltern geben ihren Kindern als Zweitnamen dann auch einen Namen, der „Sieger“ oder „Kämpferin“ bedeutet. So wird für viele der etwas verfrühte Start ins Leben zu der positiven Erinnerung, den ersten Kampf im Leben gewonnen zu haben – und ein*e Held*in zu sein.

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