Kinderschutz steht an erster Stelle: Neugeschaffener Bereich „ISeF“

Kinderschutz steht an erster Stelle: Neu geschaffener Bereich „ISeF“ in der Stiftung AKM

Kinderschutz hat innerhalb der Stiftung AKM seit jeher einen sehr hohen Stellenwert. Um das Thema weiterzuentwickeln, entsprechende Strukturen zu stärken und Prozesse transparenter zu gestalten, wurde nun der eigenständige Bereich „ISeF“ geschaffen. Katharina Deeg aus dem Zentrum Niederbayern hat bereits zu Ende Mai 2021 die Bereichsleitung übernommen. Im Gespräch erläutert sie, was sich genau dahinter verbirgt und wie dadurch Kinderschutz innerhalb der Stiftung noch weiter gestärkt wird.

Liebe Katharina, kannst du kurz erklären, was eine ISeF ist und welche Aufgaben sie in der Stiftung AKM hat?

Katharina Deeg: Eine IseF ist eine insofern erfahrene Fachkraft oder auch Kinderschutzfachkraft genannt. Zu den Aufgaben zählen die einmalige oder prozessorientierte Beratung und Begleitung von Fachkräften im Bereich Kinderschutz. Die Beratung erfolgt fallunabhängig, das bedeutet, es besteht keine Fallverantwortung und ganz wichtig eine fallbezogene Neutralität (die beratende IseF kennt die Familie nicht). Mit einem Blick von außen soll die herangetragene Situation, die meist emotional belastend ist, versachlicht und strukturiert werden und Handlungs- bzw. Schutzpläne für das Kind oder den Jugendlichen entwickelt werden, um das Kindeswohl bestmöglich zu sichern.

Ist die Position der Bereichsleitung neu und ist sie ein eigenständiger Bereich neben den bereits bestehenden Fachbereichen?

Katharina Deeg: Die Stelle Bereichsleitung IseF bzw. Kinderschutz wurde neu geschaffen. Sie ist ein ganz eigenständiger Bereich innerhalb der Stiftung, um möglichst viel Neutralität in den Beratungen wahren zu können. Jeder Fachbereich in der Stiftung AKM kann zu jedem Zeitpunkt eine Kinderschutzfachkraft/IseF in seinen Prozess einbeziehen, wenn es um Fragen rund um das Thema Kinderschutz geht. In der strukturierten Beratung durch eine IseF können beispielsweise Ressourcen und Risikofaktoren gesammelt und bewertet werden, weitere Handlungsschritte geplant werden, Methoden zur Gesprächsführung in schwierigen Situationen an die Hand gegeben werden, über rechtliche Grundlagen oder Verfahrensabläufe aufgeklärt werden. Eine IseF kann auch einmalig hinzugezogen werden, um sich kollegial beraten zu lassen, wenn ein „komisches Bauchgefühl“ da ist.

Kann man sagen, dass das Thema Kinderschutz dadurch einen noch höheren Stellenwert in der Stiftung AKM bekommt?

Katharina Deeg: Aus meiner Sicht spielt das Thema Kinderschutz in den letzten Jahren in allen Fachbereichen bereits eine große Rolle in der Stiftung AKM. Alle Bereiche, die für die Familien zur Verfügung stehen, arbeiten ressourcenstärkend und präventiv im Bereich Kinderschutz. Wir stärken die Familiensysteme, um die Stressoren im Alltag möglichst zu reduzieren. Es geht nach meiner Einschätzung eher darum, die einzelnen Prozesse festzuhalten und die bestehenden Konzepte stetig weiterzuentwickeln, um das Thema Kinderschutz selbstverständlicher und transparenter in der Stiftung AKM zu etablieren. Außerdem müssen die Strukturen und Meldewege im Verdachtsfall für alle Mitarbeiter*innen bekannt sein, um die Handlungsfähigkeit der Fachkräfte unter höchsten Qualitätsansprüchen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen zu bewahren. Eine Besonderheit, die uns aus meiner Sicht fachlich auszeichnet, ist das besondere Arbeitsfeld mit Familiensystemen, in denen ein erkranktes Familienmitglied lebt. Hier braucht es ein breites fundiertes fachliches Wissen, verzahnt mit dem Thema Kinderschutz, um Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen.

 

Vielen Dank für das kleine Interview, liebe Katharina!

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