Mit der richtigen Kommunikation Familien einfühlsam unterstützen

Mit der richtigen Kommunikation Familien einfühlsam unterstützen

Die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung, das Leben mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und der Tod von einem Kind oder der Tod eines Elternteils setzt betroffene Familien in einen Schock- und/oder Stresszustand. In diesen Phasen brauchen die Familien einfühlsame Unterstützung. Eine Kernaufgabe der Kinderhospizarbeit, die wir leisten, liegt deshalb in der psychosozialen Beratung*.

Die Basis hierfür bildet die richtige Kommunikation. Mit einfachen Worten, ehrlich und offen, nicht belehrend und gefühlsmäßig nah bei den Familien. Manchmal ist es aber auch angebracht, einfach zu schweigen. Dabei erfolgt die Kommunikation mit unseren Familien immer in einem Dialog und auf Augenhöhe. Es gibt keine Über- oder Unterordnung.

Klientenzentrierte Gesprächsführung als Orientierung für unsere Kommunikation

Eine Orientierung, wie dieser Kommunikationsstil von unseren Kolleg*innen umgesetzt werden kann, bietet die klientenzentrierte Gesprächsführung, deren Begründer der amerikanische Psychologe Carl Rogers (1902 – 1987) ist. Die wichtigsten Aspekte dieses Kommunikationsstils (einfühlendes Verstehen, aufmerksames Zuhören, unbedingte Wertschätzung und Echtheit/Kongruenz) möchten wir nachfolgend einmal genauer beschreiben und veranschaulichen.

Einfühlendes Verstehen bedeutet, dass sich unsere Fachkräfte der Kinderhospizarbeit in die jeweiligen Familienmitglieder einfühlen und deren Sichtweise verstehen. Die Kunst besteht darin, ihre Gefühle wahrzunehmen, ohne darin zu versinken. Es entsteht eine Art emotionale Mitbetroffenheit, ohne die Stabilität für die Situation zu verlieren.

Aufmerksames Zuhören ist ein weiterer Schlüssel für eine gelingende Kommunikation. Neben dem Inhalt des Gesagten spielt hier vor allem auch der emotionale Inhalt eine große Rolle. Zuhören können erfordert Geduld, Konzentration, sich zurücknehmen können, sich zuwenden können. Aufmerksames Zuhören erzeugt beim Gegenüber ein Gefühl von Wahrgenommen werden.

Unbedingte Wertschätzung hat als zentrales Element die Akzeptanz des anderen. Jeder Mensch hat Schwächen und Fehler. Diese gilt es zu akzeptieren. (Jeder Mensch darf sein, wie er ist.) Solange das Kindeswohl nicht gefährdet ist, unterstützen unsere Fachkräfte der Kinderhospizarbeit die Pläne der Eltern, auch wenn andere Schritte in unseren Augen sinnvoller wären. Unbedingte Wertschätzung ist eine hospizliche Grundhaltung. Akzeptiert und anerkannt zu werden, ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen.

Echtheit / Kongruenz bedeutet, dass unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Kinderhospizarbeit den einzelnen Familienmitgliedern gegenüber authentisch begegnen. Das bedeutet, dass die Fachkräfte einen Teil ihrer Persönlichkeit preisgeben. Das erfordert Mut. Es geht nicht darum, die Rolle der Kinderhospizfachkraft zu spielen, sondern als Person da zu sein. Nur so kann Vertrauen gewonnen werden.

Offenheit durch Beistand

Mit den oben genannten Qualitäten der Kommunikation verfolgen wir in der Stiftung AKM das Ziel, dass die einzelnen Familienmitglieder sich öffnen und über ihre Gedanken, Gefühle und Ängste sprechen. Natürlich können wir ihnen den Schmerz nicht abnehmen. Aber wir können ihnen beistehen. Und ihnen eine Stütze sein. Dabei spiegelt die Art und Weise, wie wir mit den Familien sprechen und in Kommunikation treten, unsere persönliche Haltung wider. Das heißt, die Kommunikation mit ihnen ist nicht nur ein kommunikativer Prozess, sondern auch Ausdruck dafür, welche Werte und welches Persönlichkeitsmodell wir selbst leben. Die klientenzentrierte Gesprächsführung bietet uns die Möglichkeit, Familien sensibel und einfühlsam durch sehr schmerzhafte Prozesse zu begleiten.

 

 

*Im Sinne der Kinderhospizarbeit kann psychosoziale Beratung folgendermaßen verstanden werden: 

Psycho: Dasein, Zuhören, Ruhe ausstrahlen – Beziehung aufbauen

Sozial: Aktivierung und Koordinierung von Ressourcen; Unterstützung beim Aufbau eines Helferkreises; Information und Aufklärung – An- und Einbindung in strukturelle Angebote im Sozialraum

Beratung: Angebote machen, Wahlmöglichkeiten bieten

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