24. November 2025
„Sie machen die Welt ein Stück besser“
Melanie Fuchs, ehrenamtliche Familienbegleiterin bei der Stiftung AKM, erhält den „Weißen Engel“ für ihr Engagement
Melanie Fuchs ist seit über zehn Jahren als ehrenamtliche Familienbegleiterin für die Stiftung AKM tätig und durch ihre verlässliche, einfühlsame und kompetente Art von unschätzbarem Wert für unsere Familien und uns als Stiftung. Für ihr jahrelanges Engagement in der Erwachsenen- und Kinderhospizarbeit erhielt sie nun die Auszeichnung „Weißer Engel“ von der Bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach.
Der siebenjährige Sohn von Melanie Fuchs ist im Jahr 2009 unerwartet und plötzlich verstorben. Als sie im Krankenhaus vom Tod ihres Kindes erfuhr, wurde sie mit der Nachricht zunächst komplett allein gelassen. Erst Stunden später erhielt sie psychologische Unterstützung. Damals fragte sie sich: „Warum musste ich das allein durchstehen?“ In der Folge machte sie sich auf die Suche nach Hilfe für Familien, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie. Sie stieß recht schnell auf die Stiftung AKM, war sich aber noch unsicher, ob Kinderhospizarbeit das Richtige für sie sei. Daraufhin begann sie zunächst eine Ausbildung zur Erwachsenenhospiz-Helferin. „So seltsam es auch klingen mag, aber ich fühle mich wohl in der Hospiz-Welt, die für mich eine Art Parallelwelt zum normalen Alltag ist. In dieser Welt sind Themen wie Krankheit und Tod kein Tabu, man darf traurig sein, und man kann sich mit Menschen austauschen, die Ähnliches erlebt haben“, sagt Melanie Fuchs.
Ermutigt von ihren Erfahrungen in der Erwachsenenhospizarbeit, absolvierte sie 2013 schließlich eine Schulung zur ehrenamtlichen genannt Familienbegleiterin bei der Stiftung AKM. An die Schulung hat sie gute Erinnerungen: „Das war eine sehr intensive Zeit, in der wir auch untereinander enge Verbindungen geknüpft haben. Die Vertrautheit in so einer Gruppe ist sehr groß, auch wenn jede*r andere Gründe für ein solches Ehrenamt mitbringt“, so Melanie Fuchs.
Die ehrenamtlichen Familienbegleiter*innen sind eine wichtige Säule der Arbeit der Stiftung AKM. Immer in engem Austausch mit den hauptamtlichen Fachkräften betreuen sie meist eine Familie, in der ein krankes Kind oder ein Elternteil lebensbedrohlich erkrankt ist. In der Regel besucht der oder die Familienbegleiter*in die Familie einmal pro Woche für zirka 4 Stunden und verbringt Zeit mit dem erkrankten Kind oder den Geschwisterkindern. Sie schenken der Familie, was die Eltern in der Ausnahmesituation manchmal nicht genügend geben können: Zeit und volle Aufmerksamkeit.
Melanie Fuchs betreute in mittlerweile über zehn Jahren zwei Familien sehr intensiv. In der ersten Familie – dort lebten ein erkranktes Kind und zwei Geschwisterkinder – verbrachte sie einmal die Woche einen Nachmittag mit den Kindern, machte mit ihnen Hausaufgaben und spielte mit ihnen. „Einfach da sein, zuhören, Halt geben“ ist eine ihrer Hauptaufgaben: Was sich so einfach anhört, ist für die Familien unglaublich wertvoll. In der Zeit, in der sich Melanie Fuchs um die Kinder kümmerte, hatten die Eltern etwas Freiraum – auch um Kraft zu schöpfen. Mit dieser Familie fährt Melanie Fuchs sogar für eine Woche in ein stationäres Kinderhospiz, um dort den „Familienurlaub“ mit zu betreuen. Glücklicherweise stabilisierte sich die gesundheitliche Situation des kranken Kindes und damit der gesamten Familie nach einigen Jahren.
In der Folge begleitete Melanie Fuchs eine weitere Familie, wieder über mehrere Jahre hinweg. Die Situation dort war ähnlich der ersten: Ein erkranktes Kind, diesmal mit einer onkologischen Erkrankung, und zwei Geschwisterkinder waren dort zu betreuen. Neben den Hausaufgaben wurde in der Familie viel gemeinsam gespielt und gebastelt. „Während das erkrankte Kind in der Klinik war und kritische Situationen erlebt hat, wollten die Geschwister immer ´Krankenhaus` spielen. Das fand ich sehr bemerkenswert. Dadurch konnten die Kinder die Situation verarbeiten und ihre Ängste kundtun. Das hat mir gezeigt, dass die Kinder großes Vertrauen zu mir haben, weil sie während des Spiels auch ihre Sorgen und Gedanken teilten“, erzählt die Ehrenamtliche. Auch in dieser Familie stabilisierte sich die Situation. Aktuell begleitet Melanie Fuchs ihre dritte Familie.
„Ich empfinde meine Tätigkeit als sehr sinnvoll. Durch die Gegenwart des Todes spüre ich das Leben intensiver. Außerdem hat mir das Ehrenamt eine Möglichkeit gegeben, meinem Sohn weiter nahe zu bleiben. Er gibt mir die Kraft für dieses Ehrenamt und ist immer bei mir“, so Melanie Fuchs. Durch ihre eigenen Erfahrungen ist sie dabei für die Familien eine besonders wertvolle Begleiterin, weil sie sich in die Gefühls- und Gedankenwelt der Betroffenen einfühlen kann.
„Unsere Ehrenamtlichen sind ein wertvoller Teil der Arbeit der Stiftung AKM. Sie stehen den Familien ganz nah und schenken den Kindern Aufmerksamkeit, Halt und viele kleine unbeschwerte Momente. Durch die individuelle Begleitung und das vertrauensvolle Miteinander von Hauptamt, Ehrenamt und Familie entsteht eine unterstützende Verbindung, die eine einfühlsame und kontinuierliche Begleitung in einer sehr herausfordernden Lebenssituation ermöglicht“, sagt Vanessa Corvin, die für die Koordination des Ehrenamts im Familienbegleitenden Kinderhospizdienst zuständig ist. Derzeit unterstützen rund 230 ehrenamtliche Familienbegleiter*innen die Arbeit der Stiftung.
Zwischen den Haupt- und den Ehrenamtlichen findet ein sehr enger, regelmäßiger Austausch statt. Auch Melanie Fuchs schätzt das sehr: „Bei Problemen wusste ich immer, dass ich mich jederzeit an meine zuständige Kinderhospizfachkraft wenden kann. Das entlastet sehr, weil man dadurch auch Verantwortung abgeben kann.“
„Ich rate allen, die sich für ein Ehrenamt im Hospizbereich interessieren, es auszuprobieren und dabei geduldig zu sein. Ich persönlich kann eine Tätigkeit bei der Stiftung AKM empfehlen und würde mich auch jederzeit wieder dafür entscheiden. Herausfinden, ob es das Richtige ist, das kann aber jede*r nur für sich selbst. Aber auch dieses Herausfinden ist sicher keine verlorene Zeit.“
Den Familien, die sie bisher betreut hat, war und ist sie eine wertvolle Stütze im Alltag. „Ohne viele Worte erleichtert sie mit vielen kleinen Gesten – wie zum Beispiel dem Vorbereiten von Mahlzeiten für bzw. mit den Kindern – das alltägliche Leben der Familie“, weiß Birgit Wölke, ihre hauptamtliche Ansprechpartnerin innerhalb der Stiftung. „Sie ist unkompliziert, reagiert offen und spontan, wenn sich innerhalb der Familie kurzfristig etwas ändert. Und: Wir können uns jederzeit zu hundert Prozent auf sie verlassen!“
Marese Hoffmann, Stellvertretende Landrätin des Landkreises Dachau, die bei der Ehrung dabei war, würdigte Melanie Fuchs ebenfalls: „An Personen wie Frau Fuchs zeigt sich die Stärke unserer Gesellschaft. Es sind Menschen, die sich selbstlos um andere kümmern. Sie machen die Welt ein Stück besser und sind Vorbilder für gelebte Mitmenschlichkeit.“
Wir gratulieren von Herzen zu dieser verdienten Auszeichnung! Wir sind sehr froh, eine so erfahrene und professionelle Ehrenamtliche in unserem Team zu haben.
Bildnachweis: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention / Stiftung AKM

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