12. März 2026
„Eine Tüte voll Papa“
Wenn Kindern trauern: Das Bilderbuch von Marion Hübinger kann zum wertvollen Begleiter werden
Manchmal begegnen uns Bücher, die mehr sind als eine Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln. Sie berühren, begleiten und öffnen Räume für Gespräche, für Gefühle und für Rituale, die trösten. Genau ein solches Buch ist „Eine Tüte voll Papa“ der Kinderbuchautorin Marion Hübinger. Unser Team aus dem Zentrum Südwestoberbayern hat das Buch entdeckt – und war sofort überzeugt: Das ist ein Bilderbuch, das Kindern wirklich etwas gibt. Es unterstützt Familien in sensiblen Lebenssituationen und schafft einen liebevollen Zugang zu einem Thema, das im Alltag oft gemieden wird: Verlust und Trauer.
Im Gespräch mit uns erzählte Marion Hübinger offen von der Entstehung des Buches. Anders als viele andere Autorinnen und Autoren beginne sie nicht mit Plot, Struktur oder Konzept: „Ich plotte vorher kein Buch wie manche andere Autoren… die Geschichten kommen zu mir.“
Als sie selbst ein Familienmitglied verlor, meldete sich plötzlich eine innere Kinderstimme – eine Stimme voller Fragen, Unsicherheit und dem Bedürfnis nach Orientierung. Diese Erfahrung wurde zum Ausgangspunkt für das Bilderbuch: „Ich verarbeite unbewusst Themen, die mich beschäftigen. Als ich ein Familienmitglied verloren habe, hat sich aus mir eine Kinderstimme gemeldet… die wusste nicht, was sie mit dem Verlust anfangen sollte.“
Von Beginn an war klar: Die Geschichte sollte konsequent aus der Perspektive eines Kindes erzählt werden. In enger Abstimmung mit der Illustratorin und der Verlegerin entstand ein Buch, das Kinder dort abholt, wo sie stehen – mitten in ihren Fragen, Gefühlen und ihrer Sprachlosigkeit.
Schon als Jugendliche interessierte sich Marion Hübinger für Lyrik und Poesie. Sie beschäftigte die Frage, wie man mit wenigen Worten viel sagen kann – und wie Sprache gleichzeitig leicht und voller Klang bleibt. Diese Sensibilität durchzieht auch „Eine Tüte voll Papa“: Die Sprache ist behutsam, klar und trotzdem poetisch. Jedes Wort sitzt.
In ihren Lesungen erlebt die Autorin, wie schnell Erinnerungen an eigene Verlustmomente wach werden. Für viele Eltern sei das ein Zeichen: „Oft müssen Eltern ihre Scheu überwinden und mit Kindern über das Sterben und den Tod reden… nicht erst dann darüber reden, wenn es zu spät ist.“
Denn Unsicherheit entsteht vor allem dort, wo Wissen fehlt. Kinder spüren, wenn etwas unausgesprochen bleibt – und sie tragen viele Fragen ohnehin schon in sich. Das Buch ermutigt deshalb dazu, früh und offen zu sprechen und Erinnerungen aktiv zu gestalten.
Ein zentrales Motiv des Buches ist das liebevolle Ritual, das Vater und Kind zu Lebzeiten verbindet – und das nach seinem Tod von der Mutter weitergeführt wird. So entsteht ein fester Ankerpunkt für Trauer, Erinnerung und Nähe: „Durch Rituale bleiben Erinnerungen am Leben. Durch Rituale werden Momente festgehalten und um diese Rituale dürfen sich die Erinnerungen ranken.“
Genau diese Botschaft macht das Buch so wertvoll für Familien und für unsere Arbeit: Es zeigt, wie wichtig es ist, Erinnerungen laut auszusprechen und ihnen einen festen Platz im Alltag zu geben.
„Eine Tüte voller Papa“ ist ein Bilderbuch, das Trost spendet, Fragen ernst nimmt und Kindern wie Eltern einen sicheren Raum für Gespräche über Tod, Verlust und Erinnerung eröffnet. Wir danken Marion Hübinger für das berührende Gespräch und für ein Buch, das Familien auf so einfühlsame Weise begleitet.
Weitere Infos unter: www.marion-huebinger.de.

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