28. August 2026
Bis die Familie wieder Halt findet
Unsere Begleitung endet nicht mit dem Tod: Wir unterstützen auch auf dem Weg danach
Zwei Jahre lang begleitete das Zentrum Südwestoberbayern der Stiftung AKM eine Familie durch eine schwere Zeit: durch die Krebserkrankung des Vaters, seinen Tod und das Jahr danach. Kinderhospizfachkraft Bettina Baden war dabei eine konstante Stütze für die Familie. Nach dem Tod des Vaters im August 2025 im Alter von 59 Jahren blieb sie weiter an ihrer Seite. Nun endet die Betreuung.
Solange der Vater lebte, ging es darum, seine Wünsche zu erfahren und möglich zu machen. Einer davon: einen gemeinsamen Ausflug an den Lieblingssee. Mal fuhr er nur mit Bettina Baden dorthin, mal mit seiner Frau. Baden stellte außerdem den Kontakt zu der Biografie-Spezialistin Monika her, die mit ihm seine persönliche Geschichte wieder aufleben ließ. Am Ende stand ein Buch. „Ein Geschenk, das unsere Familie für immer begleiten wird“, so seine Frau.
Für die Zwillinge der beiden war Sarah da, eine von der Stiftung geschulte ehrenamtliche Familienbegleiterin. Alle ein, zwei Wochen nahm sie sich einen Nachmittag Zeit, ging mit den Kindern auf den Spielplatz oder in die Bücherei, wo vorgelesen wurde. Als es darauf ankam, übernachtete sie mit den Kindern im Gästezimmer des Hospizes, damit die Mutter bei ihrem Mann bleiben konnte. Fürsorge sieht manchmal ganz einfach so aus: ein Nachmittag auf dem Spielplatz, damit die Eltern etwas Zeit für sich haben.
Mit der Krankheit kam allerdings auch der Papierkram. Die Angehörigenberatung der Stiftung half bei den Dingen, die im Schatten der Trauer leicht übersehen werden: bei der Kostenerstattung für die vielen Fahrten zu Arztterminen und bei der Einstufung in einen Pflegegrad. Wer mitten im Abschiednehmen steckt, hat für Formulare keinen Kopf. Genau dann ist es gut, wenn jemand anderes ihn hat.
Mit dem Tod endete die Begleitung nicht. Ein ganzes Jahr lang arbeitete die Stiftung mit der Familie weiter an der Trauer, begleitete auch den Umzug und die Frage, die sich nach so einem Verlust stellt: Wie findet man zurück ins Leben? „Auch nach seinem Tod hast Du mich und die Kinder nicht allein gelassen“, so die Mutter zu Bettina Baden, „und uns geholfen, die nächsten Schritte zu erkennen und wieder Halt zu finden.“
Jetzt, nach zwei Jahren, endet die Betreuung. Zum Abschied hat sich die Familie nochmal mit Bettina Baden und Familienbegleiterin Sarah getroffen. Die Mutter sagt, es sei schwer, in Worte zu fassen, wie dankbar sie sei. Aber ein Satz bleibt: „Ohne die Stiftung hätten wir das nicht geschafft.“
Das Buch mit der Lebensgeschichte des Vaters steht jetzt bei der Familie im Regal. Es wird die Familie immer an den geliebten Ehemann und Vater erinnern und eines Tages werden es auch die beiden Kinder selbst lesen können und ihrem Vater ganz nahe sein.

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