12. Mai 2026
„Es braucht Fachwissen, Empathie und Teamwork“
Der Tag der Pflege am 12. Mai rückt die schwierige Situation Pflegender in den Mittelpunkt – Vor allem Familien kämpfen um Sichtbarkeit
Wenn ein Familienmitglied lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt, verändert sich der Alltag grundlegend. Pflege wird zur täglichen Realität – intensiv, kräftezehrend und emotional belastend. Eltern, Geschwister und nahestehende Angehörige tragen Verantwortung, die für Außenstehende oft kaum sichtbar ist – nicht selten rund um die Uhr. Gleichzeitig leisten auch professionelle Pflegekräfte täglich Enormes, um Betroffene und ihre Familien zu unterstützen. Der Internationale Tag der Pflege am 12. Mai rückt beide Perspektiven in den Fokus und macht auf die herausfordernde Situation pflegender Angehöriger und Pflegefachkräfte aufmerksam.
Die häusliche Versorgung eines schwerstkranken Kindes stellt Eltern vor enorme körperliche, organisatorische und emotionale Herausforderungen. Beruf, soziale Kontakte und Erholungsphasen treten dabei häufig in den Hintergrund. Zugleich tragen sie eine große Verantwortung und stehen unter dauerhaft hoher psychischer Belastung.
„In Deutschland werden rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt – häufig von nur einer Person, meist einer Frau. Pflege ist damit nach wie vor weiblich geprägt. Gleichzeitig erschwert die angespannte Versorgungslage es Familien zunehmend, gute und tragfähige Pflegesituationen zu gestalten. Auch die Orientierung im komplexen System gesetzlicher Regelungen stellt viele vor große Herausforderungen“, sagt Barbara Schachtschneider, die bei der Stiftung AKM den Bereich Beratungsstellen für Angehörigen-, Pflege- und Sozialberatung leitet und mit ihrem Team Familien berät.
Sie betont zudem, dass Pflege alle Altersgruppen betreffen kann und keineswegs nur ein Thema des Alters ist. Besonders Familien mit pflegebedürftigen Kindern geraten oft aus dem Blick, da es nur wenige stationäre Angebote gibt und die Pflege überwiegend zu Hause – und damit weniger sichtbar – stattfindet.
Die Stiftung AKM begleitet betroffene Familien ambulant ab der Krankheitsdiagnose – unabhängig von der verbleibenden Lebenszeit. Im Mittelpunkt stehen die psychosoziale Begleitung, Entlastungsangebote sowie individuelle Angehörigen-, Pflege- und Sozialberatungen. Für die pflegerische Versorgung sind die Familien jedoch auf zusätzliche Pflegedienste angewiesen – häufig aber vor allem auf sich selbst.
Der Internationale Tag der Pflege ist ein Appell für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung – für das, was Angehörige täglich leisten, ebenso wie für ambulante Pflegedienste und stationäres Pflegepersonal. Oft braucht es ein gut abgestimmtes Zusammenspiel aller Beteiligten, um Patient*innen bestmöglich zu versorgen. „Pflege ist weit mehr als Versorgung. Es braucht zusätzlich Fachwissen, Empathie und Teamwork“, so Barbara Schachtschneider.
Hier finden Sie weitere Infos und den Kontakt zu unserem Team der Angehörigenberatung.
Der Internationale Tag der Pflege wird jedes Jahr am 12. Mai begangen – dem Geburtstag von Florence Nightingale (1820–1910), der Begründerin der modernen Krankenpflege. Sie revolutionierte die Pflege durch klare Organisationsstrukturen, konsequente Hygienestandards und die Gründung der ersten professionellen Pflegeschule im Jahr 1860, womit sich Pflege als eigenständiger Ausbildungsberuf etablierte. Ihr Ansatz ging dabei über die körperliche Versorgung hinaus: Sie bezog auch das seelische Wohl der Patient*innen ein und nutzte statistische Methoden, um die Pflege kontinuierlich zu verbessern. Der Aktionstag erinnert an ihr wegweisendes Vermächtnis und würdigt zugleich die zentrale Rolle von Pflegekräften weltweit.

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