10. Juni 2026
Mitten im Leben
Kinder-Lebens-Lauf 2026 macht Station bei allen vier Zentren der Stiftung AKM und Haus ANNA Eichendorf
Alle zwei Jahre setzt der Kinder-Lebens-Lauf ein starkes Zeichen für die Kinderhospizarbeit. Mit der bundesweiten Initiative macht der Bundesverband Kinderhospiz e. V. auf die Situation lebensverkürzend erkrankter Kinder und junger Menschen sowie ihrer Familien aufmerksam und trägt ihre Anliegen in die Mitte der Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Engelsfackel. Als Symbol für Hoffnung, Zusammenhalt und Solidarität reist sie sechs Monate lang quer durch Deutschland und wird von Hunderten Unterstützerinnen und Unterstützern weitergetragen. Natürlich waren auch wir wieder mit dabei: Alle vier Zentren und Haus ANNA Eichendorf begleiteten die Engelsfackel auf ihrem Weg. In diesem Jahr führte ihre Reise erstmals sogar über die Landesgrenze hinaus nach Österreich – und das mit prominenter Unterstützung.
Ende Mai erreichte die Fackel per Rad das Haus ANNA Eichendorf. Nach ein paar Tagen Pause machten wir uns von dort aus in mehreren Etappen auf den Weg Richtung Wien. Ein besonderes Highlight war die Strecke von Passau nach Engelhartszell, die wir per Schiff auf der Donau zurücklegten. Anschließend führte unsere Route über Linz, Wallsee und Dürnstein weiter bis in die österreichische Hauptstadt. Unterwegs wurden wir von wunderbaren Begegnungen, berührenden Gesprächen und großem Interesse am Thema Kinderhospizarbeit begleitet. Im Rahmen des Österreichischen Kinderhospiz- und Palliativtages durften wir die Engelsfackel schließlich an die „Kinderburg Rappottenstein“ übergeben – einen Ort, der Familien mit schwer erkrankten Kindern und Familien in Trauer neue Kraft und Zuversicht schenkt.
Anfang Juni reiste die Kinder-Lebens-Lauf-Fackel zurück nach Deutschland: Der Geschäftsführer der Hospiz Bewegung Salzburg Christof Eisl, brachte sie mit dem PAPAGENO-Rad aus Österreich – begleitet auf den letzten Kilometern von Radlern des Vereins Radeln & Helfen. Am Rosenheimer Lokschuppen nahmen die Kolleg*innen des Zentrums Südostoberbayern die Fackel bei strahlendem Sonnenschein gemeinsam mit unseren Familien entgegen. Mit dabei auch zahlreiche Mitarbeitende, das Kinder-Lebens-Lauf-Team sowie Vertreter*innen aus Politik und Presse.
Am nächsten Morgen ging es für Engelsfackel bereits weiter: Fünf Rennradler von Radeln & Helfen e. V. brachten sie über knapp 80 Kilometer bis zum Strandbad Percha am Starnberger See, wo sie an Triathletin Anja Kobs übergeben wurde – eine langjährige Unterstützerin der Kinderhospizarbeit in der Region. Unglaubliche 22 Kilometer lief Anja Kobs mit der Fackel nach Inning am Ammersee, dem Standort unseres Zentrums Südwestoberbayern. In Inning übernachtete die Fackel bis zum nächsten Morgen, an dem sie unter lautem Geknatter und guter Laune von 16 Motorradfahrern des Streetbunny-Crew e. V. abgeholt und zum Chinesischen Turm im Englischen Garten gefahren wurde.
Am Chinesischen Turm warteten bereits Geschäftsführerin und Stiftungsgründerin Christine Bronner, Mitarbeiter*innen des Zentrums München, betreute Familien und Ehrenamtliche sowie die Reiterstaffel der Münchner Polizei. Auch ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (im Bild rechts neben Christine Bronner) unterstützte die Aktion und verlieh dem Anliegen zusätzliche Aufmerksamkeit. „Es ist so wichtig, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Was die Familien jeden Tag leisten, kann man sich kaum vorstellen. Deshalb unterstütze ich den Kinder-Lebens-Lauf sehr gerne. Ich gehe heute demütig nach Hause“, sagte sie.
Bild: Roman Babirad / babirad picture
Wenn von Kinderhospizarbeit die Rede ist, denken viele Menschen an die letzten Tage eines Lebens. Die Realität sieht anders aus. Kinderhospizarbeit beginnt oft viele Jahre früher. Sie begleitet Familien ab der Diagnose, unterstützt Geschwisterkinder, entlastet Eltern und schafft Stabilität in einem Alltag, der von medizinischen, organisatorischen und emotionalen Herausforderungen geprägt ist. Dennoch bleibt die Situation betroffener Familien häufig unsichtbar. Genau deshalb gibt es den Kinder-Lebens-Lauf. „Für die Familien, die wir begleiten, bedeutet Sichtbarkeit weit mehr als öffentliche Aufmerksamkeit. Sie bedeutet Verständnis, Teilhabe und das Gefühl, mit ihren Sorgen und Herausforderungen nicht allein zu sein“, sagte Christine Bronner bei der Fackelübergabe.
Von München aus ging es für den Lauf weiter nach Landshut zu unseren Kolleg*innen des Zentrums Niederbayern. Begleitet von betreuten Familien, Ehrenamtlichen, Unterstützer*innen sowie zahlreichen Oldtimer- und Harleyfans zog die Engelsfackel am 8. Juni durch die Landshuter Altstadt bis vor das Rathaus. Dort wurde die Delegation von zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft empfangen.
Seit dem Start im April in Berlin trägt die Engelsfackel ihre Botschaft durch Deutschland, Luxemburg, Österreich und die Schweiz. Mehr als 130 Stationen und rund 7.000 Kilometer umfasst der Kinder-Lebens-Lauf 2026, der im Oktober am Welthospiztag im Europa-Park Rust endet. Wir durften die Fackel einen kleinen Teil des Weges begleiten. Was bleibt, ist jedoch weit mehr als die Erinnerung an eine Veranstaltung. Es bleibt die Erkenntnis, dass Kinderhospizarbeit kein Randthema ist. Es bleibt die Verantwortung, Familien mit schwerstkranken Kindern sichtbar zu machen. Und es bleibt die Hoffnung, dass aus Aufmerksamkeit Verständnis entsteht – und aus Verständnis konkrete Unterstützung.
Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses Jahr mit all unseren Standorten dabei sein durften und unseren Beitrag leisten durften, unser Herzensthema in die Gesellschaft hineinzutragen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die den Lauf so liebevoll und tatkräftig begleitet haben!
Weitere Informationen zum Kinder-Lebens-Lauf und allen Stationen finden Sie hier.
Bilder: Stiftung AKM / Roman Babirad, babirad picture

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