12. Juni 2026
Zeit schenken, Familien stärken
Wir suchen in der Region Südostoberbayern ehrenamtliche Familienbegleiter*innen, die Familien in schwierigen Lebenssituationen zur Seite stehen möchten
Erkrankt ein Kind oder Elternteil lebensbedrohlich, verändert sich das Leben einer ganzen Familie schlagartig. Alles steht Kopf. Hier setzt die ambulante Kinderhospizarbeit an: Ehrenamtliche Familienbegleiter*innen schenken ihnen Zeit und Entlastung. Aktuell werden Interessierte in der Region Südostoberbayern (Stadt und Landkreis Rosenheim, Mühldorf, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land) gesucht, die in Wohnortnähe Familien in schwierigen Lebenssituationen begleiten möchten.
Carmen Loest ist bereits ehrenamtliche Familienbegleiterin. Die Rentnerin aus Kiefersfelden engagiert sich seit 2025 für das unser Zentrum Südostoberbayern. Auf das Ehrenamt aufmerksam wurde sie durch einen Zeitungsartikel. „Der Beitrag hat mich sofort angesprochen“, erinnert sie sich. Gleichzeitig seien viele Fragen aufgekommen. „Ich habe mich dann intensiv über den Kinderhospizdienst informiert. Schon beim ersten Gespräch haben mich die Offenheit und die Vertrautheit beeindruckt.“
Die anschließende vorbereitende Schulung hat Carmen, die nebenbei auch für den Tourismusverband Oberaudorf als Wegepatin sowie für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Kleiderladen tätig ist, in ihrer Entscheidung bestärkt: „Die Ausbildung hat mich stark gemacht und etwaige Bedenken immer mehr in den Hintergrund gedrängt“, erzählt Loest. An vier Wochenenden werden die angehenden Ehrenamtlichen umfassend auf ihre Aufgabe vorbereitet. Themen wie die eigene Endlichkeit, Erste Hilfe, lebensbedrohliche Krankheiten bei Kindern, interkulturelle Kompetenzen oder ein Besuch beim Bestatter finden Platz.
Heute begleitet Carmen eine Familie in der Region Rosenheim. Die Mutter ist schwer erkrankt, der Vater kümmert sich liebevoll um die Familie, die Tochter besucht die Kita. Carmen holt das Mädchen regelmäßig dort ab, verbringt je nach Wetter draußen oder zuhause Zeit mit ihr – sie machen es sich schön. „Zeit geben für jemanden, der aufgrund der schwieriger Lebenssituation auf der Strecke bleibt – das ist für mich die wichtigste Aufgabe“, beschreibt sie ihr Engagement, das die Familie immer wieder entlastet.
Besonders schätzt Carmen die Motivation und Energie innerhalb der Kinderhospizarbeit: „Die wertvolle Hilfe für die Familien, das Miteinander und die Wertschätzung aller Mitwirkenden im Kinderhospizdienst sind sehr bereichernd.“ Auch regelmäßige Fortbildungen, das eigene Lernen und gemeinsame Aktionen mit den Familien gehören für die ehemalige Beamtin zu wertvollen Erfahrungen. Dass sie anfangs Zweifel hatte, verschweigt sie nicht. „Viele andere in der Schulung hatten einen beruflich ähnlichen Hintergrund. Ich dagegen nicht. Aber die hervorragenden Referierenden und die Themenvielfalt haben mir schnell die Unsicherheit genommen.“
Geeignet ist prinzipiell jede*r, der oder die gerne Zeit mit Kindern verbringt, sich ehrenamtlich engagieren möchte und nach Abstimmung mit der begleiteten Familie regelmäßig ein bisschen Zeit aufbringen kann. Das Kinderhospizteam freut sich über Unterstützung von Jung und Alt, und auch männliche Ehrenamtliche sind immer willkommen. Die nächste Schulung startet im Herbst 2026.
„Wer sich angesprochen fühlt, sollte auf jeden Fall ein Erstgespräch vereinbaren und sich genauer informieren“, betont Carmen. Christina Schultz vom Kinderhospizteam in Rosenheim freut sich ab sofort über eine Kontaktaufnahme per Mail an christina.schultz@kinderhospiz-muenchen.de.
Weitere Informationen gibt es außerdem online bei der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München, Zentrum Südostoberbayern unter www.kinderhospiz-muenchen.de/suedostoberbayern.
Bild: Stiftung AKM / privat

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