In der Krise nicht alleine sein – Unser Krisendienst RUF24

In der Krise nicht alleine sein – Unser Krisendienst RUF24

 

RUF24 ist ein spezialisierter Krisendienst, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat Familien im Anschluss an traumatisches Erleben zu begleiten, zu stützen, zu stabilisieren, weiterführende Hilfen anzubieten und diese auch ggf. einzuleiten. Hierbei bezieht sich RUF24 eng auf die Zielgruppe der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München.

 

-Wie lauten unsere Indikationen?

  • Begleitung von Eltern, Geschwisterkinder und weiterer Familienangehöriger von Ungeborenen ab der 16. Schwangerschaftswoche, von Säuglingen, von Kindern, von Jugendlichen und von jungen Erwachsenen, bei akuter Lebensbedrohung oder Tod durch Erkrankung
  • Begleitung von Eltern, Geschwisterkinder und weiterer Familienangehöriger des obigen Altersspektrums bei akuter Lebensbedrohung oder Tod nach einem Unfall
  • Begleitung von Elternteilen, Kindern und weiterer Familienangehöriger bei akuter Lebensbedrohung durch schwere Erkrankung eine Elternteils

 

-Wie viele MA sind in dem Dienst? Wie viele Ehrenamtliche?

Mehr als 15 ehrenamtliche und 20 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten den Krisendienst am Laufen. Das Besondere an RUF24 ist die Verfügbarkeit rundum die Uhr, denn Krisen kennen keinen Feierabend. Neben der Rufbereitschaft gibt es ebenfalls 24/7 einen psychoszialen Hintergrunddienst, sodass die Helfer am Einsatzort immer auf psychosoziales Fachpersonal zurückgreifen können, das sie telefonisch konsultieren oder notfalls auch vor Ort hinzu ziehen.

 

-Beispielablauf eines einsatzes anhand einer „echten“ oder „fikitiven/abgewandelten“ Geschichte

Nach dem Anruf aus der Klinik, dass eine Mutter soeben ein totes Kind geboren hat, macht sich die ehrenamtliche RUF24-Helferin auf den Weg. Dabei ist sie nicht allein, sondern hat einen Kollegen des hauptamtlichen psychosozialen Teams im Hintergrund, den sie jederzeit bei Rückfragen anrufen kann. Vor Ort stellt sich eine hohe emotionale Betroffenheit dar bei den Eltern, die sich allerdings ganz unterschiedlich äußert. Während die Mutter durch lautes Weinen dem Schmerz über das verstorbene Kind Ausdruck verleiht, ist der Vater in tiefes Schweigen versunken und zeigt äußerlich kaum eine emotionale Regung. Die Aufgabe der RUF24-Helferin ist nun zunächst eine Beziehung zu den Betroffenen aufzubauen und ihnen den Raum zur Realisierung zu geben. Dabei ist eine emotionale Stabilisierung wichtig und die Möglichkeit über das momentane Empfinden zu sprechen. Hierzu ermutigt die RUF24-Helferin die Eltern und orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Eltern z.B. nach weiterer sozialer Unterstützung durch Familienangehörige oder nach Ruhe und Zweisamkeit als trauerndes Elternpaar. Nach ca. zwei Stunden sind Vater und Mutter emotional soweit stabil und erschöpft, dass nun Ruhe und ein wenig Erholung im Vordergrund stehen. Daher zieht sich die RUF24-Helferin nun zurück und klärt vorher die Betroffenen im Rahmen der Psychoedukation über mögliche Folge-Erscheinungen in den kommenden Tagen und Wochen auf. Nach Ende des Einsatzes und Rückmeldung an den Hintergrunddienst achtet die Helferin auf ihre eigene Psychohygiene, um das im Einsatz Erlebte zu verarbeiten. Die s gehört zu einer professionellen Arbeit dazu, damit die Seele der Helfern langfristig keinen Schaden nimmt. Die RUF24-Helferin in diesem Beispiel geht nach einem Einsatz eine Runde mit ihrem Hund an der frischen Luft spazieren, um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Kontakt

Wenn Sie Fragen haben , zögern Sie bitte nicht uns zu kontaktieren.

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