Von der Kinderintensivstation zum Bunten Kreis Südwestoberbayern

Von der Kinderintensivstation zum Bunten Kreis Südwestoberbayern

Seit 1. Oktober 2020 leitet Gabi Schmalfuß den Bunten Kreis Südwestoberbayern. Mit dem Team der Sozialmedizinischen Nachsorge hilft sie kleinen PatientInnen und ihren Familien nach einem Klinikaufenthalt gut zuhause anzukommen. Vorher arbeitete sie als Kinderkrankenschwester auf einer Kinderintensivstation. Wie sich die Arbeit auf der Intensivstation von der Arbeit in der Sozialmedizinischen Nachsorge des Bunten Kreises unterscheidet, versucht sie uns heute zu beschreiben.

Liebe Gabi, wie sah deine Arbeit als Kinderkrankenschwester aus, bevor du die Leitung des Bunten Kreises Südwestoberbayern übernommen hast?

Meine Enkelin hat mir das angehängte Bild gemalt, das war ihre Vorstellung von meiner ‚alten‘ Arbeit auf der Kinderintensivstation: ein Kind hat einen Unfall oder eine schlimme Krankheit, dann muss es schnell auf die Station und dort wird es hoffentlich ‚repariert‘ und dann wieder gesund.  Das war so auch meine Arbeit, bevor ich zum AKM kam – die spezielle Versorgung von Kindern während einer lebensbedrohlichen Phase einer Erkrankung oder eines Unfalls, einer Verletzung.

Diese Arbeit fand in meinem vertrauten Umfeld statt, ich habe mit den KollegInnen interdisziplinär zusammengearbeitet, um den Gesundheitszustand ‚unserer‘ PatientInnen wieder zu stabilisieren und möglichst so zu verbessern, dass sie die Kinderintensivstation wieder verlassen konnten. Soweit es ging, wurden Eltern und Angehörige mit eingebunden.

Und wie sieht deine Arbeit jetzt aus?

Jetzt bin ich die, die zum Kind, zur ganzen Familie nach Hause kommt, dort bin ich Gast und darf das Kind und die Familie in der Versorgung unterstützen und anleiten, wenn sich die Eltern in der Klinik für das Angebot der Sozialmedizinischen Nachsorge entschieden haben. Die Kinder haben oft die gleichen vielfältigen Krankheitsbilder, die ich aus dem Klinikalltag kenne, befinden sich aber in einem stabileren Gesundheitszustand. Ich muss mich auf das jeweilige Umfeld, auf die Familie einlassen und erkennen, wie es dem Kind geht, was gebraucht wird und was guttun könnte. Die Eltern entscheiden und wählen aus, welche Art der Unterstützung und wie lange sie sie möchten.

Vor welcher Herausforderung stehen Eltern aus deiner Sicht nach einem Klinikaufenthalt?

Ab dem ersten Hausbesuch waren und sind bis jetzt ganz oft die Not, die großen Sorgen und Ängste der Eltern spürbar, nach einem meist längeren Klinikaufenthalt alleine zu Hause zurechtkommen zu müssen. Coronabedingt noch mehr. In der Klinik ist rund um die Uhr ein ganzes Team für die Versorgung des Kindes verantwortlich, zu Hause sind es die Eltern ganz alleine. In dieser Zeit die Familien zu begleiten und zu unterstützen, freut mich sehr.

Hat sich sonst noch etwas an deinem Arbeitsalltag verändert?

Es gibt für mich jetzt viel mehr Organisatorisches und mehr Büroarbeit zu erledigen, gleichzeitig habe ich aber auch viele neue Gestaltungsmöglichkeiten. Und ich lerne immer wieder gerne Neues dazu. Weil wir Familien in ganz Südwestoberbayern betreuen, bin ich viel mehr mit dem Auto unterwegs, statt wie früher einfach in die Klinik zu radeln.

Über die Bunten Kreise der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München

Seit 2012 sind wir zertifiziertes Mitglied im Bundesverband Bunter Kreis e.V. und haben in unserer Stiftung insgesamt vier Bunte Kreise – den bunten Kreis München, Rosenheim, Landshut und jetzt neu seit dem 1. Oktober 2020 das Zentrum Südwestoberbayern.

Im Rahmen dieses besonderen Nachsorge-Modells ist es unser Ziel, Krankenhausaufenthalte von kleinen PatientInnen zu verkürzen oder zu vermeiden. Gleichzeitig stellen wir die ambulante Behandlung zuhause sicher und helfen dabei, den Übergang ins häusliche Umfeld gut zu gestalten. Unter anderem sind es Familien mit extremen Frühchen, die wir betreuen. Generell haben aber alle chronisch und schwer erkrankten Kinder bis 14 Jahren (in begründeten Ausnahmefällen bis 18 Jahre) und ihre Familien Anspruch auf die Sozialmedizinische Nachsorge, wenn zum Zeitpunkt der Entlassung ein komplexer Interventionsbedarf besteht.

Diese Nachsorge wird ärztlich verordnet und ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Alle Informationen zur Sozialmedizinischen Nachsorge sowie zum Zentrum Südwestoberbayern finden Sie hier:

Sozialmedizinische und Teilhabeorientierte Nachsorge nach Modell Bunter Kreis

Versorgungszentrum Südwestoberbayern mit Bunter Kreis Südwestoberbayern

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